11er Rat - Tipps für Eltern
Tipps für Eltern zum Umgang mit Alkohol bei Kindern und Jugendlichen in der „jecken“ Zeit Kinder und Jugendliche sind neugierig auf den Geschmack und die Wirkung alkoholischer Getränke. Die Clique und auch die Medien vermitteln die Botschaft: „Zum richtigen Feiern gehört Alkohol dazu“. Es entsteht der Eindruck von „je mehr Alkohol, desto lustiger“. Gerade an den Karnevalstagen sind Jugendliche besonders gefährdet. Wenn aus Lachen Lallen und aus Schunkeln Schwanken wird, hört der Spaß im Karneval ganz schnell auf. Das x-te Kölsch, noch ein hochprozentiger Schluck und plötzlich steht die Clique nicht mehr am Rosenmontagszug, sondern am Erste-Hilfe-Zelt. Alkohol im Karneval? Was können Eltern tun? Damit Kinder und Jugendliche den Karneval unbeschadet überstehen, kommt Ihnen als Eltern eine sehr wichtige Rolle zu.
Auch im Karneval gilt: Eltern, Erzieher, kurz alle Erwachsenen, sind Vorbilder.
Kinder beobachten nicht nur im Karneval sehr genau, wie in der Familie oder im Freundeskreis gefeiert und getrunken wird. Vor einem Gespräch mit Ihren Kindern sollten Sie sich unbedingt mit Partnerin oder Partner absprechen und sich auf eine gemeinsame Haltung einigen. Nehmen Sie sich Zeit für ein Gespräch.
Im Folgenden 11 Tipps (nicht nur) für die Karneval
- Zögern Sie den Konsum möglich lange heraus
Im Karneval konsumieren Jugendliche oft das erste Mal alkoholhaltige Getränke.
Flirten und Feiern geht aber auch ohne Alkohol.
Die Forschung belegt: Je später der Einstieg, desto früher der Ausstieg. - Zeigen Sie Interesse
Alkoholkonsum bei Jugendlichen ist ein Gruppenphänomen, besonders an den „Tollen Tagen“. Interessieren Sie sich für die Feierpläne Ihres Kindes. Es ist gut zu wissen, wer die Freunde Ihrer Kinder sind, wo sie sich aufhalten und womit sie sich beschäftigen. - Treffen Sie Verabredungen
Die Freundesgruppe kann auch ein Schutz für Ihr Kind sein. Wenn Sie der Clique Ihrer Kinder nicht vertrauen, sollten Sie die Eltern der Freunde/Freundinnen kontaktieren und Regeln sowie Verabredungen treffen. Knüpfen Sie ein Elternnetzwerk. - Setzen Sie klare Grenzen
Ihr Kind braucht klare Grenzen, damit es lernen kann, mit Alkohol verantwortungsvoll umzugehen. Finden Sie für Ihre Familie passende, verbindliche Regeln. - Seien Sie konsequent und loben Sie
Besprechen Sie im Vorfeld mit Ihrem Kind, welche Folgen eine Regelverletzung hat. Wichtig ist, dass Sie konsequent bleiben und angedrohte Sanktionen auch durchsetzen. Lob beim Einhalten der Regeln ermutigt Ihr Kind. - Hören Sie zu
Versuchen Sie den „richtigen Ton“ zu treffen. Interessieren Sie sich für die Meinung Ihres Kindes und für die Rituale der Gleichaltrigengruppe. Hören Sie zu, damit Sie wirklich erfahren, was Ihr Kind denkt. - Geben Sie sachliche Informationen
Erklären Sie Ihrem Kind, dass es Situationen gibt, in denen der Konsum alkoholhaltiger Getränke unabhängig vom Alter lebensgefährlich ist, z.B. im Straßenverkehr (auch als Beifahrer, mit Mofa oder Fahrrad). Klären Sie darüber auf, dass es beim schnellen Konsum einer großen Menge Alkohol zu einer Alkoholvergiftung mit Unterkühlung, Erbrechen und Erstickungsgefahr kommen kann. - Klären Sie auf
Laut einer Studie hatte knapp 50 % der Gruppe von Mädchen, die über sexuelle Übergriffe berichteten, zuvor Alkohol konsumiert. Informieren Sie Ihre Kinder über die Risiken im Umgang mit durch Alkohol enthemmten und gewaltbereiten „Freunden und Bekannten“. - Reden Sie
Untersuchungen belegen, dass Jugendliche in betrunkenem Zustand zu aggressivem Verhalten neigen können. Ca. 1/3 jugendlicher Straftäter waren bei der Tat alkoholisiert. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass auch die eigene Gewaltbereitschaft unter Alkoholeinfluss stark zunehmen kann. Bewahren Sie Ruhe Bleiben Sie ruhig, wenn Ihr Kind betrunken nach Hause kommt. Klären Sie, ob Ihr Kind „angeheitert“, betrunken oder kurz vor einer Alkoholvergiftung steht. Bleiben Sie bei Ihrem Kind, auch wenn es schläft und überwachen Sie regelmäßig seinen Zustand. Ist Ihr Kind nicht ansprechbar, nicht zugänglich oder sehr aggressiv – Notarzt anrufen. - Nehmen Sie Kontakt auf
Bleiben Sie in der Karnevalszeit mit Ihrem Kind im Gespräch, zeigen Sie Interesse und lassen Sie den Kontakt nicht abreißen. Auch wenn Sie selbst unterwegs sind, sollten Sie für Ihr Kind erreichbar sein.
Und zum Schluss: Holen Sie sich Rat (siehe Hotline), wenn Sie nicht weiter wissen!
Weiterführende Informationen: Rechtliche Grundlagen zum Thema „Jugend und Alkohol“ im Jugendschutzgesetz unter: www.bundesrecht.juris.de/juschg/index.html
„Alkohol-reden wir drüber! Ein Ratgeber für Eltern“ BZgA /Best.Nr. 32101900 (kostenlos) Speziell für Jugendliche: www.bist-du-staerker-als-alkohol.de (BZgA)
Drogenhilfe Köln gGmbH
Fachstelle für Suchtprävention
Hans-Böckler-Straße 5
50 354 Hürth
www.alkoholpraevention-koeln.de
Diese Tipps können Sie hier als Pdf-Datei herunterladen: [11er Rat-Broschüre [305 KB]
]
Die 11er-Rat – Hotline der Drogenhilfe Köln
| 9:00 -13:00 und 14:00 -16:00 Uhr | ||
| 16.02.2012 | Weiberfastnacht | (02233) 70 92 59 (02233) 99 444 15 |
| 17.02.2012 | Freitag | (02233) 70 92 59 (02233) 99 444 15 |
| 21.02.2012 | Karnevalsdienstag | (0221) 91 27 970 |
| 22.02.2012 | Aschermittwoch | (02233) 70 92 59 (02233) 99 444 15 |

